Krimidinner

Zutaten

www.moerderische-dinnerparty.de
Portionen

Krimmidinner mit Frauke

EXIT ist derzeit der Renner unter den Spielen. Gemeinsam werden die Rätsel des Spiels durch den Einsatz der jeweiligen Kompetenzen der Mitspieler*innen gelöst – allein schafft man es nicht.

Frauke lädt zum Krimidinner – und dort geht es vergleichbar zu. Aber dann doch anders.

Zentral: Es gibt etwas zu Essen. Das Menü passt zum Stück.

  • Todesbleicher Büffelmozzarella mit quälend langsam mumifizierten Tomaten und giftgrünem Pesto
  • Involtini vom viel zu jung gestorbenen Kalb auf Tomatensugo, aufgefunden in unmittelbarer Nähe von leblosen Pappardelle
  • Käsekuchen mit ertrunkenen Blaubeeren

Nun gut, das klingt etwas gewollt, schmeckte Dank der Nachwuchsköchin Ronja aber erstaunlich gut und war dem Ambiente zuträglich. Wichtig dabei ist es, so viel wie möglich im Vorwege vorzubereiten, denn im besten Fall spielt der/die Gastgeber*in mit.

Besonders ist nämlich: Es werden schon im Vorfeld die Rollen festgelegt, Alle kommen angemessen kostümiert. Zum Beispiel:

Lucrezia Linguine

Tochter der Clanchefin. Bildschön. Knallhart. Und sehr ehrgeizig.
Kostümvorschlag:
mondäner Haarknoten, Herrenanzug, blutroter Lippenstift


Don Vito Calzone

Der Pate. Ein Mann mit leiser Stimme, tadellosen Manieren und ohne jede Gnade.
Kostümvorschlag: tadelloser Smoking über gewölbtem Bauch. Rote Rose im Knopfloch, grauer Schnurrbart

Damit wird die Geschichte dahinter klar: Chicago 1933. In den Kreisen der Mafia brodelt es. Präsident Roosevelt will die Prohibition aufheben! Das würde den ehrenwerten Herrschaften ihr lukrativstes Geschäft verderben. Angesichts dieser Krise haben sich die verfeindeten Mafiaclans Linguine und Calzone zu einem Waffenstillstand entschlossen. Ihre wichtigsten Mitglieder treffen sich im Hinterzimmer einer geheimen Bar mit Alkoholausschank, einer sogenannten Speakeasy („Flüsterkneipe“).
Gleichzeitig liegt ein Toter in der Chicagoer Leichenhalle aufgebahrt. Pater Angelo wurde in seinem Beichtstuhl von einer…

 

Mit Frauke und mit der Familie wurde es dann natürlich nicht theatralisch steif – das hat kein Gast zugelassen.

Stattdessen kamen alle kostümiert, hatten die richtige Parole, um eingelassen zu werden, parat und warfen sich in die Rollen, die ein Rollenbuch am jeweiligen Platz ihnen vorgab. Da erfuhren sie dann im Laufe des Spiels – zu jedem Gang –weitere Geheimnisse über sich selbst, waren aufgefordert, Hinweise ins Spiel einzubringen und durften am Ende mitraten, wer von ihnen der Mörder war.

Wenn Ronja in der Rolle der Lucrezia anfing, die anderen Gäste anzukeifen und ein Jeder seine eigene Unschuld beteuerte, das war dann schon großartig!

Ein bisschen holprig wurde es, wenn man Szenen aus dem Buch vorlas, anstatt diese zu improvisieren. Und dem Inspektor lauschte, der vom Band sprach, was zuweilen dann doch recht künstlich klang.

Dafür trug die mitgelieferte Spotify-Liste doch erheblich zum Gangster-Ambiente bei.

Der/die geübten Rollenspieler*in diskutierten hinterher über die Spielmechanik, die klischeehaften Rollen mit ihren Beziehungen untereinander und verloren sich in den Feinheiten.

Letztlich wurde im Wohnzimmer noch zu Swingmusik getanzt.

Also: alles richtig gemacht.

 

Alles in Allem lässt sich sagen, dass ein Krimidinner eine schöne Variante des gemeinsamen Essens und Spielens darstellte, die zwar mit Vorbereitung verbunden war, sich aber lohnte.

Spielreihe:
www.moerderische-dinnerparty.de   (dort findet man auch die Rezepte!)

Empfohlen wurde uns nun noch mehr die Krimi total-Reihe.

www.krimitotal.de

Und wer doch lieber einfach und ohne viel Theater herumrätselt, bleibt bei der Escaperoom Rätsel-Spielreihe EXIT.

Wieso das Ganze: Frauke spielt ja nicht nur Theater und zwingt Andere dazu, ihr dies nachzutun... Sie arbeitet auch in einem neuen Education-Liverollenspiel-Projekt mit dem Thema Rollenspiel und Schulbildung.

Wie kriegt man Menschen am besten von den eigenen Ideen überzeugt?

Mit Essen, Wein, Musik & Spiel.

 

Dezember 2020