Junaids Afghanisches Büfett

Zutaten

Afghanistan „No173“
5 EL
Kreuzkümmel
1 EL
Korianderkörner
10 grüne
Kardamomkapseln
5 schwarze
Kardamomkapseln
2 TL
Gewürznelken
2 TL
Pfeffer, schwarz
2 TL
Kümmel
2 Stangen
Zimt
4
Lorbeerblätter
Kabab-e Schami
1 kg
Lammgulasch
1 Dose
Kichererbsen
Pfeffer, Salz
1 große
Zwiebel
2 große
Kartoffeln
3 Zehen
Knoblauch
1 EL
Koriander, frisch
2 EL
Mehl
2
Eier
No 173 Gewürzmischung
etwas
Öl
Portionen

Junaids Afghanisches Büfett  

Junaid ist unser Auszubildender in der Altenpflege, Journalist aus Afghanistan, der anders als sein Bruder nicht anerkannt wurde – 2 unterschiedliche Behörden. Seine Abschiebung konnte verhindert werden durch den Ausbildungsplatz in einem Mangelberuf: Altenpflege. Die Wohnung für beide machte ein Pflegekunde möglich, sein Schulabschluss und Studium wurden immerhin anerkannt und alle unterstützen unsere Praxisanleiter, wenn es um die Vermittlung von schulischen Inhalten wie Pflegeplanung, Krankheitsbilder und Praxisübungen geht.

Zur Wohnungseinweihung kamen auch die Ehrenamtlichen aus der Flüchtlingsinitiative und Freunde. Eine tolle Unterstützergruppe. Belohnt wurden alle mit einem afghanischen Büfett, das natürlich zum Nachkochen reizt.

Schon auf den dokumentierenden Partyfotos war die vorherrschende Farbe braun – und beim Nachkochen war es nicht anders. Wie die Farben der Landschaft mit den Wüsten, Bergen, Geröllstrecken und Sandflächen, zeigt sich das Büfett in dunkelbraun, erdig, sandig, felsig, rötlich, heller, mal dunkler, aber nicht farbig. Selbst die rote Tomatensoße war am Ende braun.

An den Zutaten liegt das nicht – wohl eher an den Gewürzen.

Hierfür hat das einzige in Deutschland erschienene Kochbuch gleich das Rezept auf Seite 173 – unerlässlich, um den Geschmack des Hindukusch in den heimischen Topf zu holen.

Besser ist es eine Gewürzmühle zu besitzen – wir haben es mit dem Pürierstab, bereits gemahlenen Zutaten und einem anständigen Mörser zum Zerkleinern ganz gut geschafft – und am Ende alles einmal durchgesiebt.

Gewürzmischung Afghanistan „No173“

5 EL     gemahlener Kreuzkümmel
1 EL     Korianderkörner
10        grüne Kardamonkapseln
5          schwarze Kardamonkapseln
2 TL     Gewürznelkenpulver
2 TL     Kümmel
2 TL     schwarze Pfefferkörner
2         Zimtstangen (je 5cm)
4         Lorbeerblätter

Ein gut sortierter Türke kann helfen, die ungewohnten Gewürze zu finden – und manche bekommt man auch schon gemahlen.

Überraschend war dann  die Umsetzung dieses Rezeptes

 

Kabab-e Schami - Gebackene Fleischpaste

1 kg Lammgulasch mit 150g Kichererbsen (oder 250g Kichererbsen aus der Dose) mit ½ Liter Wasser, Pfeffer und Salz kochen (90 Minuten).

Anschließend das Fleisch mit 1 großer Zwiebel und 2 großen gekochten Kartoffeln, 3 zerdrückten Knoblauchzehen und 1 EL gehacktem frischen Koriander durch den Fleischwolf drehen. Mit 2 EL Mehl und 2 Eiern vermengen und nun mit No173 und etwas rotem Paprikapulver würzen. 2 EL Öl dazu und ggf. etwas vom Kochsud, damit eine fluffige Fleischpaste entsteht.

Diese mit der Hand zu Röllchen formen und auf ein Backblech legen. Mit Öl bestreichen und bei 2000C im Backofen 10-15 Min goldbraun backen. Dazu passt ein JoghurtDipp – weiß wie die Schneehänge an den zerklüfteten schmutzigbraunen Gebirgszügen.

 

Super war auch Tschabli Kabab (GemüseLammhackFrikadellen) mit der felsbraunen Tomatensoße (Tschatni-e Badendschan-e Rumi),  
der Kabab-e Degi Ran-e Morgh (Zwiebel-Hähnchenkeulenbraten) in Joghurt mariniert und gekocht,
der Reis mit Rosinen, Mandelsplittern und No173,
Bagari Piaz, tolle Zwiebelklößchen vegan und
Bagari Zardak (Mohrrüben-Bagari mit Kichererbsen und getrockneten Pflaumen).

Alles im Kochbuch ausführlich angeleitet und dieses ist ausleihbar – es hat einen sehr schön leuchtendroten Einband...

 

April 2019