Soljanka

Zutaten

KucksDu unten und kaufst bei Kaufland
Portionen

Soljanka

Soljanka war meistens nicht aus, wenn man die Transitstrecke zu Omi-Berlin für einen zollfreien Einkauf nutzte und einkehrte, um sich in einem leeren Lokal platzieren zu lassen. Das gewürzte Wassersüppchen gehörte einfach dazu, wie die Vopos, die genau wussten, wie lange man durch die DDR braucht, wenn man die Geschwindigkeit einhält und auch sonst unangenehm werden konnten – über die Suppe zu lamentieren, das hatte man jedenfalls auch besser zu lassen.

Ganz anders nun dieses Rezept für eine deftige Originalvariante der Soljanka vom künftigen Schwiegervater von Patrick, unserem ersten Lehrling, der seine Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen bei uns macht und von zu Hause immer noch bekocht wird – Montag, Dienstag, Mittwoch gegen 12 duften immer die schönsten Gerichte in der Mikrowelle und läuten die Azubi-Mittagspause ein.

Allein die Zutaten benötigen schon Aufmerksamkeit und sind nicht überall leicht zu bekommen – Patrick hat Hamburg für uns erkundet und KAUFLAND ausgemacht – inzwischen über 1000x in Europa vertreten, sollte also klappen. Famila dagegen: Fehlanzeige.

Schwierig war die wichtige Zutat Jachtwurst, wie unser Patrick sagt, das ist die mit den gelben Senfkörnern. Noch schwieriger war Letschko. Kein Schimmer was das sein könnte. Vor dem Regal völlige Orientierungslosigkeit, irgendwas mit Paprika im Glas, sauer eingelegte Tomatenpaprika? Falsch, irgendein östliches Design als Leitmotiv? – nicht zu finden. Dann da ganz unten: Letschko! Ein Glas mit gekochter Paprika und Zwiebeln in Tomatenmark! Ungarisches Gericht, das als Beilage oder Hauptgericht Tradition hat - war doch gar nicht so schwer! Dann Gewürzkörner: Da steht man vor ausufernden Gewürzregalen mit Tütchen und Streuern in allen Größen und Mengen – aber unter G nur Grillgewürzzubereitungen – Wachholderbeeren? Googeln geht nicht, kein Empfang bei Kaufland – doch aufgeschmissen. Erst später dann wurde es klar: Piment ist es.

Für 4-6 Personen kaufen wir also ein:
500g Kassler-Nacken / Kamm
200g Jagd- / Schinkenwurst
2-4 Zwiebeln
1/2 Glas Spreewaldgurken (sauer eingelegt)
1 Glas Letschko (Paprikagemüse mit Zwiebeln in Tomatenmark)
1 Lorbeerblatt / Gewürzkörner (Piment)

Und so macht es uns der Osten vor:
Kassler in Würfel schneiden und anbraten.
Wurst dazu in Streifen und mitbraten.
Zwiebeln würfeln, nicht zu klein – auch dazu.
Gurken in Streifen schneiden und mit dem Lorbeerblatt und den Gewürzkörner ebenfalls zugeben und für eine halbe Stunde köcheln. Das Gurkenwasser gehört mit in die Suppe!!!
Anschließend das Letschkoglas über dem Topf in ein grobes Sieb geben, zu große Stücke in Streifen schneiden und alles zur Suppe dazufügen.
Etwas köcheln lassen, Wasser nach gewünschter Konsistenz zugeben und abschmecken (Hier hat man es in der Hand, ob man Retro-Transit kochen will oder gehaltvoll, wie in der Altmark - mit Salz vorsichtig sein, weil das Kassler schon salzig ist.

Tolles Büroessen – uns hat’s allen geschmeckt.

Januar 2013