Tines Spickzettel mit Pute


Zutaten
Tines Spickzettel mit Pute
Wenn sich bei Tine die Familie ansagt, dann liegen auf dem Küchentisch immer viele spannende Zettelchen, Zeitungsausschnitte oder Kopien mit Rezepten und bereits dadurch ist wieder eine kulinarische Überraschung gesichert. Man muss sich allerdings damit arrangieren, dass Mengenangaben völlig nebensächlich sind, denn Planung ist für Tine kaum möglich. Bis zur letzten Minute bleibt unklar, wer sich alles einfindet, ob Hunger mitgebracht wird oder weitere Esser und ob der Tisch ausgezogen wird oder noch Hocker aus der Küche geholt werden müssen. Sicher kann manchmal nur der Gast sein, dass er letztlich satt wird, denn im entscheidenden Krisenfall hält sich die Familie zurück, ist bereits von wenigen Happen gesättigt und daher reicht das Essen immer. Diese Tugend muss aber selten gezeigt werden, denn das Improvisieren in der Küche gehört zu den ganz großen Stärken der Mostler'schen Küche. Mit Blick auf die erwarteten Gäste plane man also den Einkauf umsichtig: Putenbrustfiletstücke werden mit dünn geschnittenem geräuchertem Frühstücksspeck umwickelt (eigentlich sollte es Lachsschinken sein, aber den hat der Besuch am Morgen völlig überraschend restlos verbraucht!).
Eigentlich hält das so, wenn die Päckchen jetzt in der Pfanne in Butter angebraten werden, aber im Zweifel lassen sich die Komponenten trefflich mit Zahnstochern zusammen basteln. Jetzt werden die anderen vorbereiteten Zutaten (soweit noch vorhanden ...) mit den angebratenen Päckchen zusammen in eine Auflaufform gegeben: Paprika rot und grün grob gewürfelt, ein bisschen Zwiebel, Champignons (rosa und weiß waren da), dazu Tomaten und als Krönung schmelzigen Käse auf die Fleischpäckchen legen.
An Gewürzen werden verwendet:
Pfeffer, Salz und die beliebte Toscanamischung aus dem Kräuterregal. Jetzt werden ein Becher Schmand mit einem Becher Schlagsahne verrührt und in die z. B. große ovale Auflaufform zu den anderen Zutaten gegeben. Umluft 200°C und 30 Minuten sind die Energiedaten für das Rezept.
Dazu gibt es Bandnudeln mit Pesto und Butter vermengt und etwas Knoblauch mit frischem Parmesan. "Das isses", bemerkt die gelassene Köchin im größten Trubel, "schiebst es nur rein, das kannste immer vorbereiten." Damit ist ein weiteres tiefes Geheimnis gelüftet: 1. von langer Hand vorbereiten, 2. flexibel auf noch Vorhandenes zurückgreifen und 3. immer den Backofen benutzen, denn da kann alles noch "resten" (warm gehalten werden), bis sich alle eingefunden haben - so gelingen Familientreffen!
April 2004