Lammkeule von Nils






Zutaten
Lammkeule von Nils
Wie in jedem Junggesellenhaushalt begann die gemeinsame Kochsession mit einem zünftigen Abwasch und klar Schiff machen. Das gab der jungen und mageren TK-Lammkeule aus Neuseeland auch genügend Zeit um Aufzutauen. Das Ambiente der selbst getischlerten Vollholz-Buchen-Küche mit dem massiven, auf 4 starken Beinen ruhenden Buchentisch, passte gut zum rustikalen Essen und tröstete über die fehlende Spülmaschine hinweg.
„Jetzt schmeißen wir das Viech erst mal rein“ – damit begann die eigentlich Zurichtung der 1,5 kg kräftigen Keule. Nils rieb sie kräftig mit 1 TL Salz und 1 TL Chinagewürz von allen Seiten ein, nachdem er sie abgespült und getrocknet hatte – nein, es war mehr ein intensives einmassieren, wie es einst die Makabäer unter den Bögen der Märkte von Tunis an ihren Kamelen vollzogen, um die Strapazen des nahenden Wüstenritts durch die Hitze des Katatongas zu lindern, die nur noch von der Gluthitze des vorgeheizten Backofens übertroffen wird. Heißluft 225°C waren eingestellt und blieben es auch bis zum Schluss der geplanten 50 bis 70 Minuten Bratzeit. Volle Pulle und nicht etwa „resten“!
Der Braten kommt mit der feinen Fettschicht nach oben in eine Auflaufform und benötigt wenig Fürsorge in der kommenden Stunde. Mal nach ihm sehen, mal in der Schale wenden – das war‘s!
„Wenn es sich abzeichnet, dass die Keule fertig wird, setzte ich die Kartoffeln auf“, mit diesem Satz verrät Nils in welcher Schule des planvollen Kochens er gelernt hat um diese Kunst hier in der Abgeschiedenheit einer 2-Zimmer-Wohnung zur Vollendung zu bringen.
Ob die Keule gut ist, verrät der tiefe, gut geführte Gabelstich.
Dazu reichte der Lammspezi eine Pellkartoffelspezialität der Sorte Marabel (vorwiegend festkochend) aus integriertem Anbau und schockgefrorene frische Brechbohnen aus der 1000g Tüte von Salto - Hausmarke der REWE Handelsgruppe.
Ein Sößchen wurde auch gezaubert: Lammkeule aus der feuerfesten Form auf das Gitter legen und den Bratensud mit etwas Wasser lösen. Kurz aufkochen, binden und alles zusammen heiß servieren.
Dezember 2003